Klinik und gesundheitspolitische Bedeutung der Triggerpunkt-Therapie

Wir sind der Ansicht, dass viele unserer Schmerzpatienten an myofaszialen Schmerz-Syndromen leiden, an Schmerzen also, die durch aktivierte muskuläre Triggerpunkte verursacht werden. Die Diagnose wird oft verpasst, da in der Regel die schmerzverursachenden Triggerpunkte und der Ort der Schmerzempfindung an verschiedenen Körperstellen lokalisiert sind (referred pain-Phänomen, deutsch: übertragener Schmerz, siehe Simons und Travell sowie Mense). Die Schmerzübertragung findet in der Regel von proximal nach distal statt.

Nach diesen Prinzipien entsteht ein beträchtlicher Teil der Kopf- und der Nackenschmerzen. Bei Schulterschmerzen älterer Patienten handelt es sich in der Regel um Mischsyndrome von artikulärer und muskulärer Schmerzverursachung. Schulterschmerzen junger Menschen sind in der Regel myofaszialer Natur. Laterale und mediale Epicondylopathien sind meistens myofasziale Schmerz-Syndrome. Ein grösserer Anteil der Rückenschmerzen und auch der ischialgieformen Schmerzen haben Triggerpunkte als Ursache. Leistenschmerzen bei Fussballern sind oft myofaszialer Natur. Bei Coxarthrosen stammt ein beträchtlicher Teil der Schmerzen aus der Muskulatur, dieser Teil kann nach Implantation einer Totalprothese fortbestehen. Sodann haben die meisten «chronischen Zerrungen» bei Sportlern und ebenso die Achillessehnenschmerzen muskuläre Triggerpunkte als Ursache.

Bewegungsapparatschmerzen sind mit gezielter Behandlung der Triggerpunkte manchmal auch nach Jahren noch heilbar. Da aber schon nach Wochen bis Monaten Chronifizierungsprozesse in Form von strukturellen Veränderungen des Nervensystems einsetzen, wird die Behandlung mit der Zeit zunehmend schwieriger. Schwierig ist die Behandlung von Schmerzpatienten auch, wenn diese von psychosozialen Problemen geplagt werden. Schmerzsyndrome sollten nicht operiert werden, bevor eine myofasziale Schmerzursache sicher ausgeschlossen ist. Es darf vermutet werden, dass die breite Berücksichtigung dieses Prinzips einen beträchtlichen Einfluss auf die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen haben wird.


Triggerpunkt-Therapie

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