Andelfinger Zeitung 2006
 
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An der Sommer-Ausstellung sind unter anderem Guggchäschtli von Peter Gugg (oben links), Schicht-Relief-Bilder von Bruno Giacobbo (unten links) sowie Skulpturen von Bethli Stephani (rechts) zu sehen.            (Bilder: cs)

Rheinau: Sommer-Ausstellung in der Galerie zum Kornhaus

Katzen, Frösche und Guggchäschtli

Bethli Stephani zeigt kleine, ironisch-komische Skulpturen, Peter Gugg erlaubt Blicke in seine Guggchäschtli und Galerist Bruno Giacobbo zeigt seine neuesten Schichtbilder sowie witzige verspielte Blechskulpturen.

Katzen aus Blech blicken den Besucher aus allen Winkeln des Raums an. Mal träumerisch, mal verspielt, mal mit Blumen geschmückt oder mit einer kleinen Drehorgel bestückt, aber immer mit einem versteckten Witz ausgestattet, verzaubern sie den Betrachter und entlocken ihm ein Schmunzeln. Sie sind Teil der Sommer-Ausstellung in der Galerie zum Kornhaus und wurden vom Galeristen und Künstler Bruno Giacobbo geschaffen.

Mit verschmitztem Witz
Giacobbo konzentrierte sich aber nicht nur auf Katzen, sondern liess mit Hilfe der Blechschere und Farbe auch den Zirkus einziehen und ein Huhn goldene Eier legen. Ausserdem schmücken den Raum Bäume mit kleinen Figuren dran, wie etwa der «Sündenbaum», unter dem Adam und Eva verbotene Früchte naschen oder der «Chindli-Baum», an dem viele kleine Babyfiguren hängen. Auch zwei Baummenschen, geschaffen aus dem Holz der Glyzinie und mit Köpfen aus Steinguss, wachen über die Besucher.
Giacobbo entwickelte seine Technik der Schichtbilder weiter. Zunächst klebt er dafür 20 bis 30 Schichten Papier auf eine Metallplatte und fräst einzelne Teile weg. Die so entstehenden Reliefbilder akzentuiert er mit Farbe. Sie bekommen so eine weitere Tiefe, wirken weniger blass und erhalten mehr vom verschmitzten Witz Giacobbos, den er sonst vor allem in seinen Skulpturen zum Ausdruck bringt.

Landleben im «Chäschtli»
Ausdrucksstark sind auch die Guggchäschtli von Peter Gugg. In kleinen Vitrinen lässt er in stundenlanger Kleinarbeit alte Bauernhäuser und Scheunen plastisch entstehen. An jedes Detail denkt der gelernte Schaufensterdekorateur — vom Hasen im Stall bis zum Elektrozaun, der den Birnbaum umgibt. Der in Elgg lebende Gugg erschafft aus Holz, Gips und Pflanzen Stillleben, die das Landleben festhalten. An einem grossen Bild arbeitet er rund einen Monat. Als Vorlagen dienen ihm Fotos von alten Gebäuden.
Für seine Werke ist Gugg immer auf der Suche nach weiteren Materialien. «Es wurmte mich, dass Freunde sagten, meine Bilder zeigten nur die tote Jahreszeit», erzählt Gugg. Er fand in der Cotoneaster, eine Boden deckende Mispelart, die ideale Begrünung und ergänzte den nun grünen Apfelbaum mit bemalten Wacholderbeeren, die wie reife Äpfel wirken.

Ausdruckstarke Skulpturen
Mit dem Bemalen ihrer kleinen, ironisch-komischen Skulpturen hat Bethli Stephani aus Turbenthal gerade erst begonnen — bisher liess sie sie ohne Farben wirken. Aus Draht, Gips und Puppenmodelliermasse erschafft sie seit zwölf Jahren ausdrucksstarke Menschen und Tiere. Berühmt ist sie aber für ihre Engel, die sie vor allem in der Weihnachtszeit entwirft.
Für diese Ausstellung erschuf Stephani Männer und Frauen zum Thema «Sommer»: Einen Mann beispielsweise, der mit seinem breiten Schwimmring um den Bauch und einer zurückhaltenden Körperhaltung dem Titel entsprechend «Ich habe Schiss» ausdrückt. Oder auch den kleinen, faltigen alten Mann neben einer grossen, jungen vollbusigen Strandschönheit zum Titel «Wunschtraum». «Die Mimik der Gesichter ist grandios», schwärmt eine Besucherin der Ausstellung. Stephani schafft es, den Charakter der Person auf den Punkt zu treffen, ohne dabei zu verletzen. «Ich mache gerne Blödsinn, über den die Leute lachen können», verrät Stephani über sich. (cs)

 

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