Landbote 2006

DOPPELAUSSTELLUNG
WITZIG-SKURRIL:

Palatini und Giacobbo
in der Galerie
zum Kornhaus

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Doppelausstellung in der Galerie zum Kornhaus in Rheinau: Bilder von Maria Palatini und Werke von Bruno Giacobbo.

RHEINAU— Mit charmantem Wortwitz verzaubern Maria Palatini und Bruno Giacobbo die Betrachter ihrer Bilder und Skulpturen, die derzeit in der Galerie zum Kornhaus in Rheinau ausgestellt sind. Mal sind es plastisch gewordene Wortspiele, die die Besucher zum Schmunzeln bringen, mal mit einer Mischung aus bösartiger Liebenswürdigkeit dargestellte Alltagszenen, die ein lautes Lachen nach sich ziehen. «Wir hocken auf dem gleichen Stern», umschreibt Palatini den gemeinsamen Humor, der sich in so unterschiedlicher Technik und Umsetzung zeigt. Während Palatini mit spitzem Pinsel und dickleibigen Männern und Frauen Wortspiele wie «Entbindung», «Platzhirsch» und «Zauber der Flöte» auf die Leinwand
bringt, widmet sich Giacobbo der plastischen Gestaltung, indem er in durchsichtigen Koffern «Tragbare Kunst» schafft und schlanke Kerle zum Leben erweckt.
Mit viel Liebe zum Detail arbeitet Palatini an ihren Werken, bei denen der Titel eng mit dem Bild verbunden ist. Mit feinsten Strichen arbeitet sie nicht nur die menschlichen Hauptfiguren, sondern auch kleinste Einzelheiten wie mit Federn geschmückte Hüte und Gebäude im Hintergrund heraus. Ihre immer vollleibigen, mit Acrylfarbe auf die Leinwand gemalten Menschen wirken plastisch, ansprechend, aber auch komisch und skurril. «Meine Bilder muss man anschauen, um den Stachel im Fleisch zu entdecken», meint die Künstlerin.

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Schöner Berufswechsel
Maria Palatinis Werke entstehen im Kopf. Ohne Skizze malt sie gleich auf die Leinwand. 1977 machte die Medizinische Laborantin ihre «Sonntagsmalerei» zum Beruf und bereut es bis heute nicht. «Ich wollte mir nicht auf dem Sterbebett den Vorwurf machen, es nicht getan zu haben» sagt Palatini, die inzwischen erfolgreich in Chicago, San Francisco, Hamburg und vielen anderen Städten ausgestellt hat.

lb3Zahlreiche neue Werke präsentiert Giacobbo in Rheinau. Zum einen hat er seine Reliefbilder, für die er schichtweise Zeitungspapiere aufeinander klebt, teilweise wieder wegfräst und farbliche Akzente setzt, weiterentwickelt. Bunter sind die Bilder geworden und auch flächiger. Die Skulpturen, die er in den letzten Monaten geschaffen hat, haben einen neuen Aspekt bekommen. Lange schlanke Kerle, oft mit baumelnden Armen bevölkern die Galerie. Einen Hit landete Giacobbo mit seiner «Tragbaren Kunst»: insgesamt 40 durchsichtige Koffer, die gefüllt sind mit Wortspielen. Da erwacht der «Fleischvogel» zum Leben, die «Eiszeit» wird gebildet aus Eiswürfeln und einer Uhr und die «Fussnägel» sind bildlich umgesetzt, Nägel im Fuss.

CHRISTINA SCHAFFNER

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