SELBSTHILFE

Einige Methoden, die zur kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung der Zwangssymptomatik entwickelt wurden, eignen sich auch zur Selbsthilfe. Sie setzen bei der Ablaufdynamik der Zwänge an und beinhalten drei Zugänge zur Veränderung:

  • Konfrontation mit den Auslösern von Zwangsgedanken (Exposition)
    Als Person mit Zwängen versuchen Sie nach Möglichkeit, alle Situationen zu vermeiden, die befürchtete Zwangsgedanken auslösen könnten. Somit bleibt Ihre Angst am Leben erhalten, weil sie nicht durch neue Erfahrungen korrigiert werden kann. Indem Sie sich den gefürchteten Situationen stellen, können Sie erleben, dass Ihre Befürchtungen nicht eintreten und die damit verbundenen negativen Gefühle nach einer gewissen Zeit von selbst wieder zurückgehen. Sie können sich so an die angstauslösenden Situationen gewöhnen und wieder einen normalen Umgang mit alltäglichen Dingen lernen.
  • Verhinderung der Zwangsrituale (Reaktionsmanagement)
    Als Person mit Zwängen haben Sie für sich entdeckt, dass Sie sich durch die Ausführung bestimmter Zwangsrituale kurzfristig von ihrem durch die Zwangsgedanken ausgelösten Unbehagen beruhigen können. Diese momentane Erleichterung bestärkt Sie in der Annahme, dass die Zwangsrituale das Eintreten von katastrophalen Konsequenzen verhindert haben und dass sie so zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Beruhigung geworden sind.
    Indem Sie sich aktiv an der Ausführung von Zwangsritualen hindern, können Sie erleben, dass Sie sich auch ohne die Ausführung von Zwangsritualen wieder beruhigen. Gleichzeitig verändert sich Ihre Überzeugung, dass Zwangsrituale zur Vorbeugung oder Verhinderung von Befürchtungen nötig sind.
  • Anderer Umgang mit Zwangsgedanken
    Als Person mit belastenden Zwangsgedanken erleben Sie, dass Sie immer wieder von solchen Gedanken gequält werden. Sie versuchen daher, sich dagegen zu wehren, was Ihnen nicht gelingen will. Im Gegenteil treten bestimmte Gedanken, Impulse oder Vorstellungen gar noch häufiger auf, was Sie noch mehr beunruhigt. Indem Sie lernen, die Mechanismen der Zwangsgedanken zu erkennen und anders mit ihnen umzugehen, können Sie erleben, dass diese Gedanken an Macht und Bedrohung verlieren und zunehmend seltener auftreten.
 
 
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